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Verkörperung
15.1.2026

Wenn Vertrauen nicht mehr gefühlt werden muss, sondern getragen wird

by Kathrin Jeglejewski

Viele Menschen sagen, sie wollen vertrauen. Dem Leben. Sich selbst. Dem Prozess. Und doch ist Vertrauen für die meisten etwas, das kommt und geht. Ein Zustand, den man fühlt – und wieder verliert. Abhängig davon, wie das Außen gerade reagiert.

Doch genau hier liegt das Missverständnis.

Vertrauen ist kein Gefühl. Es ist eine Haltung des Seins.

Solange Vertrauen etwas ist, das du fühlen willst, bleibt es fragil. Denn Gefühle sind beweglich. Sie kommen. Sie gehen. Und wenn sie gehen, beginnt wieder das Suchen. Echtes Vertrauen entsteht nicht im Denken. Es entsteht auch nicht durch positive Erfahrungen. Es entsteht dort, wo du aufhörst, dich innerlich abzusichern.

Die meisten Menschen glauben, sie müssten erst vertrauen können, wenn alles sicher ist.

Wenn die Beziehung stabil ist. Wenn das Business läuft. Wenn der Körper sich ruhig anfühlt. Wenn das Leben „mitspielt“. Doch Vertrauen funktioniert genau umgekehrt.

Sicherheit ist kein Ergebnis von Kontrolle. Sicherheit ist ein Zustand des Nervensystems.

Und dieses Nervensystem lernt Vertrauen nicht durch Argumente, sondern durch Erfahrung von Gehaltensein. Viele spirituelle Konzepte sprechen von Urvertrauen, aber überspringen den entscheidenden Punkt:

Vertrauen ist nichts, das du herstellst. Es ist etwas, das bleibt, wenn du aufhörst, dich innerlich zu verlassen.

Solange ein Teil von dir permanent überprüft, ob alles noch stimmt, ob du richtig bist, ob du auf dem richtigen Weg bist, kann kein stabiles Vertrauen entstehen. Denn dann bist du nicht da. Dann bist du auf der Flucht vor dem Moment. Vertrauen aber beginnt dort, wo du bleibst.

Bei der Unsicherheit. Bei der Unklarheit. Bei dem Nichtwissen. Nicht, um es zu lösen, sondern um es nicht mehr zu verlassen. Das ist der Punkt, an dem Vertrauen nicht mehr gefühlt werden muss, sondern getragen wird. Getragen vom Sein selbst.

Und hier verändert sich etwas Grundlegendes.

Du musst dich nicht mehr ständig rückversichern. Du musst dich nicht mehr motivieren. Du musst dich nicht mehr erinnern, „im Vertrauen zu bleiben“.

Du bist es. Nicht als Ideal. Nicht als Zustand. Sondern als Realität. Und aus dieser Realität heraus geschieht Handeln anders. Nicht impulsiv. Nicht reaktiv. Nicht aus Angst, etwas zu verpassen. Sondern ruhig, klar und selbstverständlich.

Du reagierst nicht mehr auf das Leben. Du antwortest. Und diese Antwort entsteht nicht aus Strategie, sondern aus Präsenz.

Viele Menschen glauben, Vertrauen mache passiv. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Wenn Vertrauen nicht mehr wackelt, wird jede Handlung präzise. Deine Grenzen werden klar, deine Entscheidungen ruhig und Bewegung stimmig. Nicht, weil du weißt, wie es ausgeht, sondern weil du weißt, dass du bleibst – egal, wie es ausgeht.

Das ist verkörpertes Vertrauen.


Kein spirituelles Konzept. Kein emotionales Hoch, sondern ein innerer Halt, der nicht mehr verhandelt. Und genau hier beginnt echte Freiheit. Nicht die Freiheit, alles zu bekommen, sondern die Freiheit, nichts mehr absichern zu müssen.


Wenn du spürst, dass Vertrauen für dich kein Zustand mehr sein soll, sondern ein innerer Boden, dann ist dieser Raum kein nächster Schritt.

Er ist ein Bleiben.

Und genau hier beginnt die eigentliche Verkörperung, die dann auch im Außen eine andere Realität in Erscheinung bringt.

Alles Liebe,

Kathrin

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